Schwangerschaft – eine unvergessliche Zeit

Vor Ihnen liegen aufregende, für Sie sicherlich unvergessliche Monate. In dieser Zeit werden wir Ihnen zur Seite stehen, Sie begleiten und in regelmäßigen Abständen Ihre Gesundheit sowie die Gesundheit und das Wachstum Ihres ungeborenes Kindes kontrollieren. Sicherlich werden Sie in den nächsten Monaten viele Fragen aber vielleicht auch (unbegründete) Sorgen haben.

Bitte sprechen Sie uns jederzeit an – wir sind für Sie da! Die Untersuchungen finden im Allgemeinen im Abstand von 4 Wochen statt, in den letzten 2 Monaten werden dann die Abstände bis zur Geburt hin immer kürzer.

Unsere Leistungen

  • Schwangerschaftstest, frühestens 14 Tage nach Befruchtung
  • Komplette Schwangerschaftsvorsorge gemäß den Mutterschaftsrichtlinien
  • Betreuung von Risikoschwangerschaften (Mehrlingsschwangerschaften, Diabetes, Bluthochdruck, HIV etc.)
  • Ultraschalluntersuchungen mit modernster Technik inkl. Farbdopplersonographie, Ersttrimester-Screening
  • 3D/4D Ultraschall


Allgemeine Schwangerschaftsinformationen

Errechneter Geburtstermin

Erster Tag der letzten Regelblutung plus 9 Monate und 7 Tage. Die Schwangerschaft dauert 280 Tage oder 40 Wochen. Biologisch, das heißt ab dem Zeitpunkt der Befruchtung, ist die tatsächliche Schwangerschaftsdauer 267 Tage, also 2 Wochen weniger.

Erstuntersuchung

Feststellung der Schwangerschaft: Vaginale Untersuchung, d.h. Tastuntersuchung zur Überprüfung des Muttermundes und des Standes der Gebärmutter. Spezielle Untersuchung auf Chlamydien, Wiegen, Blutdruckmessung, Urinuntersuchung auf Zucker, Eiweiß, Entzündungen. In der gesamten Schwangerschaft werden drei Ultraschalluntersuchungen durchgeführt (Screening I-III). Auf Wunsch bieten wir Ihnen Ultraschalluntersuchungen alle 4 Wochen an. Bei besonderen Fragestellungen weiterführende Ultraschalldiagnostik.

Der Mutterpass

Sie erhalten bei uns einen Mutterpass. Hier können wir das Schwangerschaftsalter, Ihr Gewicht, den Blutdruck, den Urinbefund, Laborwerte sowie die geburtshilflichen Untersuchungen und die Ultraschallbefunde dokumentieren. Den Mutterpass sollten Sie sorgfältig aufbewahren und immer bei sich tragen. Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien werden drei Ultraschalluntersuchungen durchgeführt: diese sind etwa in der 12., der 20. und der 32. SSW vorgesehen. Ergeben sich bei einer der drei Ultraschalluntersuchungen Auffälligkeiten, erfolgen weiterführende Ultraschalluntersuchungen einschließlich der Farbdopplersonographie und falls nötig die Vorstellung in einem Zentrum für Pränataldiagnostik. Alle oben genannten Untersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Möglicherweise möchten Sie darüber hinaus noch weitere Ultraschalluntersuchungen Ihres Babys. Dies ist selbstverständlich gerne möglich. Bitte sprechen Sie uns an. Natürlich können Sie zum Ultraschall auch gerne Ihren Partner (oder andere liebe Menschen) mitbringen. Wenn Sie etwas Besonderes für Ihr Familienalbum wollen, kommen Sie doch zum 3D/4D-Ultraschall. Der beste Zeitraum hierfür ist zwischen der 25. und 32. SSW. Sie erhalten anschließend die besten Bilder ausgedruckt und auf DVD. Nun möchten wir Ihnen einige Tipps für die verschiedenen Phasen Ihrer Schwangerschaft geben. Es wird hier kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben – sicherlich bleiben noch manche Fragen offen, die wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch beantworten werden.


Beginn der Schwangerschaft


Rauchen Sie? Spätestens jetzt sollten Sie damit aufhören.

Immer wieder hört man das Gerücht, ein plötzlicher Nikotinverzicht sei schädlich für das Kind – das Gegenteil ist der Fall! Jede Zigarette, die Sie nicht rauchen, ist gut für Ihr Kind!

Folsäure-Versorgung

Wenn Sie bis jetzt noch keine Folsäure einnehmen, beginnen Sie jetzt damit (800 µg täglich)! Eine gute Folsäureversorgung des Embryos in den ersten Schwangerschaftswochen reduziert das Risiko für kindliche Fehlbildungen deutlich. Deutschland ist Jodmangelgebiet! Jod ist wichtig für Ihre Schilddrüse und die Ihres Babys. In der Schwangerschaft und Stillzeit besteht ein zusätzlicher Jodbedarf, so dass eine ergänzende Einnahme von 150 µg täglich empfohlen wird. Auch andere Nährstoffe und Vitalstoffe werden jetzt wichtig. Gerne empfehlen wir Ihnen ein für Sie geeignetes Präparat und führen einen Nährstoffcheck mit Ihnen durch, damit Ihr Kind optimnal versorgt ist.

Verzichten Sie Ihrem Kind zu Liebe auf Alkohol.

Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist dies besonders wichtig, da hier die Organentwicklung des Kindes stattfindet – eine besonders sensible Phase, in der Alkohol und einige Medikamente negative Auswirkungen haben können. Bitte sprechen Sie alle Medikamente, die Sie einnehmen müssen oder möchten, mit mir ab, so dass wir sichergehen können, dass sie unschädlich für Ihr Kind sind. Im Zweifel rufen Sie uns einfach an – oder schicken eine Mail mit dem genauen Namen des Medikaments – so können wir sicher gehen und aus einer großen Datenbank ersehen, ob Ihr Medikament in der Schwangerschaft genommen werden darf.

Haben Sie Katzen? Haben Sie einen Garten? Essen Sie gerne Fleisch?

Dann empfehlen wir Ihnen eine Blutuntersuchung auf Toxoplasmose, eine Infektionskrankheit, die durch Katzenkot und den Verzehr von rohem oder halbgaren Fleisch (insb. Mett, Tartar etc.) auf den Menschen übertragen werden kann. Während diese Infektion für Sie selbst ungefährlich ist und meist völlig unbemerkt verläuft, kann eine frische Infektion in der Schwangerschaft schlimme Folgen für Ihr Kind haben. Vielleicht haben Sie sich bereits früher (unbemerkt) infiziert, dann sind Sie immun, und es besteht keine Gefahr für Ihr Baby. Wenn die Blutuntersuchung zeigt, dass Sie nicht immun sind, sollten Sie folgende Regeln beachten: Reinigung des Katzenklos nur mit Handschuhen, gute Händehygiene nach jedem Katzenkontakt, Gartenarbeit nur mit Handschuhen, Fleisch vor dem Verzehr gut durchbraten oder kochen. Die Blutuntersuchung wird dann noch 2 mal in der Schwangerschaft wiederholt werden, um eine frische Infektion früh erkennen und behandeln zu können – glücklicherweise spricht der Erreger auf Antibiotika gut an. Die Blutuntersuchung auf Toxoplasmose ist keine Leistung der Gesetzlichen Krankenkasse.

Achten Sie besonders auf eine gute Zahnhygiene.

Durch die besondere hormonelle Situation in der Schwangerschaft sind Sie in dieser Zeit anfälliger für Karies und Parodontose. Entzündungen im Mundbereich erhöhen das Risiko für eine Frühgeburt. Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, empfehlen wir Ihnen einen Vorsorgetermin bei Ihrem Zahnarzt. Sollten Sie bereits Probleme haben, gehen Sie bitte unbedingt zum Zahnarzt!

Wenn Sie Sorge haben, ob Ihr Kind eine Chromosomenstörung haben könnte, bietet Ihnen das sog. Ersttrimester-Screening eine gute Möglichkeit, schon früh (12.-14. SSW) ohne Gefahr für Sie und Ihr Kind. Ihr individuelles Risiko für Chromosomenstörungen zu ermitteln. Die Untersuchung ist eine Kombination aus speziellem Ultraschall mit Messung der sog. Nackenfalte, des Nasenbeines, bestimmter Durchblutungswerte und einer Blutuntersuchung. So können wir ein individuelles Risiko für das Auftreten einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) berechnen.


Schwangerschaftsmitte

Dies ist die Zeit, in der sich die meisten Schwangeren am wohlsten fühlen. Die Übelkeit aus der Anfangszeit ist vorbei, die Beschwerlichkeit der letzten Schwangerschaftswochen noch in weiter Ferne. Genießen Sie diese Zeit! Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Bauch, für Ihr Kind! Versuchen Sie, wenigstens 15 Minuten pro Tag zu entspannen und nur Ihrem Kind zu widmen, am besten gemeinsam mit Ihrem Partner. Ihr Kind nimmt Ihre Stimmen bereits wahr. Legen Sie Ihre Hand (und die Ihres Partners) auf Ihren Bauch, erspüren Sie Ihr Kind und nehmen Sie so Kontakt zu Ihrem Baby auf.

Lassen Sie in der 24. - 28. SSW einen Zuckerbelastungstest durchführen! Sollte bei Ihnen durch den Test ein unbemerkter Schwangerschaftsdiabetes festgestellt werden, ist meistens eine spezielle Diät ausreichend, um Ihr Kind vor den Folgen hoher Blutzuckerwerte zu schützen! Leider ist dieser wichtige Test noch nicht in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen worden.
Wie und wo wollen Sie entbinden? Was ist Ihnen dabei wichtig? Lassen Sie uns über das Für und Wider von Perinatalzentrum, Geburtsklinik, Klinikhebamme und Beleghebamme, Geburtshaus und Hausgeburt reden, so dass Sie für sich eine gute Entscheidung treffen können. Melden Sie sich doch zu einem Geburtsvorbereitungskurs an, am besten gemeinsam mit Ihrem Partner. Ein solcher Kurs wird von den Entbindungskliniken, Geburtshäusern und Hebammenpraxen angeboten und soll Sie auf die Geburt einstimmen. Die Kosten für Sie werden von Ihrer Krankenkasse übernommen, für Ihren Partner gibt es einen Zuschuss.


Letzte Schwangerschaftswochen

Haben Sie schon eine Hebamme? Sie haben ein Anrecht auf eine Hebammenbetreuung ab Feststellung der Schwangerschaft. Sie kann Ihnen bei Beschwerden, Fragen und Sorgen ebenso hilfreich zur Seite stehen. Hilfe bei Beschwerden und bestimmte andere Leistungen werden von den Krankenkassen übernommen. Ebenso wie die Nachsorge. Bis zum zehnten Lebenstag kommt sie ggf. täglich einmal, bei Besonderheiten wie schweren Stillstörungen sogar ein zweites Mal, vorbei. Acht weitere Besuche sind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt des Kindes möglich.

Gerade beim ersten Kind kann die Hebamme Ihnen beim Stillen helfen, den Wochenfluss, die Rückbildung der Gebärmutter und ggf. die Wundheilung kontrollieren und Ihnen viele Tipps zum Umgang mit Ihrem Neugeborenen geben. Adressenlisten bekommen Sie von uns. Um Ihr Neugeborenes in den ersten Monaten vor dem gefährlichen Keuchhusten zu schützen, sollten sich alle engen Kontakpersonen, d.h. Sie, Ihr Partner, evt. Großeltern und Babysitter bis spätestens 4 Wochen vor der Entbindung gegen Keuchhusten impfen lassen, sofern dies nicht bereits in den letzten 10 Jahren geschehen ist. Bringen Sie doch die Impfausweise Ihrer Lieben mal mit, wir prüfen gerne deren Impfschutz. Auch die Impfung Ihrer Angehörigen ist bei uns möglich. Die Keuchhustenimpfung für den o.g. Personenkreis wird offiziell empfohlen und von jeder Krankenkasse bezahlt.

Lassen Sie einen B-Streptokokken-Abstrich durchführen! Bei 20 % aller Schwangeren befinden sich diese an sich harmlosen Bakterien in der Scheide. Während der Geburt können diese Erreger jedoch gefährlich für Ihr Kind werden, da sie zu Neugeborenen-Infektionen führen können. Weiß man in der Geburtsklinik, dass Sie B-Streptokokken haben, kann man Ihnen während der Geburt ein Antibiotikum geben, welches die Bakterien vorübergehend abtötet, so dass sich Ihr Kind nicht anstecken kann. Der B-Streptokokken-Abstrich ist keine Leistung der Gesetzlichen Krankenkasse.

Packen Sie schon mal in Ruhe Ihre Kliniktasche! Fahren Sie den Weg zur Geburtsklinik schon mal probeweise. Das gibt Ihnen das beruhigende Gefühl, vorbereitet zu sein für den Tag X, wenn „es los geht“. Lassen Sie sich nicht beirren von Freunden und Familie, wenn sich bis zum errechneten Geburtstermin noch nichts tut. Dieser errechnete Tag bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die Schwangerschaft jetzt 40 Wochen alt ist. So lange dauert eine Schwangerschaft im Durchschnitt, d.h. die Hälfte aller Kinder wird vorher, die andere Hälfte nachher geboren, nur ca. 4% der Kinder kommen tatsächlich exakt am errechneten Termin zur Welt.

Sie haben Fragen, sind vielleicht bereits schwanger oder wünschen eine persönliche Beratung?
Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.